Facebook liefert 300 Millionen XMPP-Adressen

2009 November 9
von Lumines

blogfacefinal2ICQ ist pöse. Warum? Nun ja, es ist proprietär, die Nutzungsbedingungen sind recht fragwürdig und auch sonst funktioniert es eigentlich nie so, wie man es denn gerne hätte. Dateiversand ahoi!

Aber wie das Leben so ist, kommt man einfach nicht drum herum. Zum Glück hat ja schließlich jeder dort mittlerweile eine Adresse, von den ganz hartnäckigen MSN-only Jüngern mal abgesehen (Pest oder Cholera, anyone?).

Und so unterwarfen sich die Nutzer den proprietären Protkollen. Alle Nutzer? Nein! Eine kleine Gruppe von Geeks leistet nun schon seit Jahren erbitterten Widerstand – oder so ähnlich. Jedenfalls konnte das dritte große Protokoll, XMPP (auch Jabber genannt), nie bis in den Mainstream vordringen, auch wenn es sich unter Linux-Nutzern schon lange großer Beliebtheit erfreut.

Einer der geschätzten Vorteile gegenüber MSN und ICQ ist der dezentrale Aufbau des Jabber-Netzwerks, von dem auch reger Gebrauch gemacht wird. Jeder kann seinen eigenen Server betreiben und sich als „Nummer“ eine E-Mail-ähnliche Adresse erstellen, mit der er zu anderen Jabber-Nutzern Kontakt aufnehmen kann. Auch Unternehmen wie Google oder GMX setzen für ihre eigenen Messenger auf XMPP und sind daher größtenteils kompatibel zur restlichen Jabber-Welt. Im Klartext bedeutet das: Wer dort eine (E-Mail)Adresse sein Eigen nennt, bekommt auch zusätzlich eine Jabber-Adresse untergejubelt. Wie viele potentielle Nutzer also noch gar nichts von ihrem Glück wissen, kann man sich in etwa vorstellen.

Trotz aller Unterstzützung nutzt der 08/15 DAU aber dennoch weiter sein heiß geliebtes (gehasstes?) ICQ/MSN. Wofür auch etwas Neues, wenn sich das Alte über Jahre bewährt *hust* hat? Mal ganz davon abgesehen, ist die Freundesliste sowieso nahezu vollständig.

Ein wichtiger Punkt: Die Nutzerbasis

Ein Messenger ohne Kontakte macht wenig Sinn – daran ändern auch Google oder GMX absolut nichts. Facebook könnte allerdings, um mal zum Punkt zu kommen, diese Nutzerbasis liefern. 300 Millionen registrierte Nutzer, die prinzipbedingt das Portal intensiv nutzen, sind jedenfalls eine beeindruckende Zahl. Einen internen Chat gibt es immerhin schon über ein Jahr und die Öffnung des Dienstes per XMPP steht kurz bevor. Das könnte der Durchbruch sein!

Mich würde es jedenfalls wundern, wenn Facebook keine saubere Jabber Implementierung liefern würde. In der Vergangenheit haben sie schließlich schon gezeigt, dass sie gewillt sind, neue Techonologien zu fördern und voranzutreiben (z.B. OpenID).

Die Schattenseite ist allerdings nicht zu übersehen: Der überwiegende Teil der Jabber-Nutzer wird sich wahrscheinlich früher oder später an Facebook binden. Die Freiheit, einfach einen anderen Server zu nutzen, würde natürlich bestehen bleiben – die Server-Vielfalt wie wir sie heute kennen, würde sich aber wohl komplett wandeln und neu verlagern, nicht zuletzt zugunsten von Facebook.

Aber hey, zu meckern gibt’s immer irgendwas ;)

Fastfood in der Tasse

2009 Oktober 19
von Lumines

Ein Schokokuchen in 5 Minuten? Geht das? Das geht!

Natürlich nur, wenn man sich ein bisschen beeilt. Wer wie ich noch dreimal in den Keller rennen muss, weil die Hälfte der Zutaten fehlt, braucht natürlich ein wenig länger…

Zutaten:

4 EL Mehl
4 EL Zucker
2 EL Kakao
1 Ei
3 EL Milch
3 EL Öl
1 Schale zum Verrühren
1 Tasse
1Mikrowelle (1000 Watt)

Nun ja, Großartiges zu erklären gibt’s dann eigentlich auch nicht mehr. Einfach alle Zutaten in die Schale kippen und gut verrühren. Wer eine große Tasse hat, kann sich die Schale auch sparen und direkt alles in der Tasse verrühren. Danach 3 Minuten bei 1000 Watt in die Mikrowelle stellen und freuen, dass der Kuchen doch nicht bis an die Mikrowellendecke gewachsen ist :)

Ich würde allerdings eher drei Esslöffel Zucker statt vier nehmen… der Kuchen ist je nach Kakaopulver schon süß genug! Mit einem Messer kann man den Kuchen übrigens recht einfach von der Tassenwand trennen.

So sieht er dann letztendlich aus (oder auch nicht oO)

Nicht unbedingt ein Ersatz für eine Tiefkühlpizza, aber immerhin eine süße Alternative.

Epiphany 2.28 mit Webkit besteht den Acid 3 Test

2009 Oktober 13
von Lumines

Gerade sind bei mir (Arch) so einige neue Pakete bzw. der gesamte Gnome 2.28 Desktop eingetrudelt und da konnte ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, die neue Epiphany Version mit Webkit einmal durch den Acid 3 Test zu jagen. Das überraschende Ergebnis habe ich mal als Screenshot festgehalten.

Bildschirmfoto-The Acid3 Test

Überraschend vor allem deswegen, weil noch die letzten Versionen nahezu unbenutzbar waren. Angekündigt war eine funktionsfähige Version ja schon für Gnome 2.20, aber die war, meiner Meinung nach, als stabile Version ein vollkommener Reinfall. Wenigstens die Vor/Zurück Tasten hätten funktionieren sollen…

2.28 ist allerdings wirklich nicht übel. Der Browser reagiert schnell, integriert sich wunderbar in GTK Umgebungen und bietet so einige nette Erweiterungen wie z.B. Mausgesten oder einen Werbeblocker. Standardkonform scheint er dabei ja wohl auch vorzugehen. Nur die per default eingestellte minimale Schriftgröße stört ein wenig, aber die lässt sich relativ einfach in den Einstellungen ein wenig vergrößern.

Die Grenzen zwischen NAS und Router

2009 Oktober 6
von Lumines

Der Traum eines jeden Geeks: Ein nettes, kleines Heim-Netzwerk mit einem Server oder NAS. Natürlich inklusive viel Speicher und fetter Anbindung, versteht sich. Wer würde da nicht schwach werden? Wahrscheinlich die wenigsten, aber oft scheitert es dann doch am Preis. Ein gutes NAS kostet so einiges und wer bezahlt schon hunderte Euro für eine nette Spielerei?

Als Alternative bieten sich eigentlich sonst nur selbstgebastelte Lösungen oder kleinere Nettops an. Ist aber auch nicht so das wahre, wenn man mal vom Stromverbrauch absieht.

Wer nicht ganz so anspruchsvoll ist, könnte sich aber auch nach Routern mit Unterstüzung für offene Firmwares umschauen. Beliebte Versionen sind DD-WRT oder Tomato. Mit DD-WRT bekommt man dann sogar ein komplettes Router-System, das auf Linux basiert und nahezu beliebig erweitert werden kann. Im Grunde limitiert dann nur noch die Hardware. Nicht ganz so anspruchsvolle Nutzer, die bloß ein stabiles System mit vielen Konfigurationsmöglichkeiten suchen, sind wahrscheinlich mit einem WRT54GL von Linksys ganz gut bedient.

wrt54gl

Als NAS Ersatz ist der dann allerdings eher weniger geeignet. USB Unterstützung ist nicht vorhanden und der Router funkt noch immer nach dem alten 802.11g Standard.

Netgear scheint diese „Marktlücke“ wohl erkannt zu haben und hat einen leistungsfähigen Router auf MIPS-Basis angekündigt. 480Mhz und 64MB RAM hören sich auf jeden Fall schon sehr ordentlich an. Apache (natürlich auf einer externen Platte) und ein paar kleinere Webseiten sollten sich damit problemlos hosten lassen. Als Dateiserver müsste er dann auch noch taugen. Die Anbindung erfolgt per Gigabit-Ethernet und WLAN nach dem neuen 802.11n Standard. USB 2.0 scheint auch vorhanden zu sein, der (magere) 8MB Flash-Speicher lässt sich also einfach erweitern.

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Meiner Meinung nach ist der Preis für das Gebotene jedenfalls nicht zu hoch angesetzt. Der WRT54GL kostet nach wie vor ca. 50€ und bietet nicht annährend so viele Funktionen und Möglichkeiten. Auch andere Router können da imho nicht wirklich mithalten. Wer gerne bastelt, kann also mit aktuellen Routern und offenen Firmwares mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Da kann man nur hoffen, dass andere Hersteller Netgear und Linksys folgen und auch, wenigstens optional, Unterstützung für alternative Firmwares anbieten.

Favicons für WordPress.com Blogs

2009 Oktober 1
von Lumines

Für einige wird sich das jetzt vielleicht vollkommen banal anhören und wahrscheinlich werden es die meisten auch wissen, aber man kann auch bei WordPress.com Blogs eigene Favicons benutzen! Ihr wollt gar nicht wissen, wie lange ich nach so einer Funktion gesucht habe… :(

Die Bilder lassen sich wunderbar einfach über das Backend hochladen und zurechtschneiden unter Einstellungen -> Allgemein ganz rechts.

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btw…

Es soll auch Leute geben, die nur einen WordPress.com Blog benutzen, ihr Tutorial-Schreiberlinge da draußen! Was ich damit sagen will: WordPress.com != WordPress.org. Manchmal macht es eben doch für die Nachwelt Sinn, eine Anleitung für bestimmte Versionen entsprechend zu kennzeichnen… hätte mir jedenfalls verdammt viel Sucherei erspart :(

EDIT: Ok, ich nehm alles zurück! Oo
Entweder hatte ich damals Tomaten auf den Augen oder… naja, mit den richtigen Suchbegriffen spuckt jetzt auch Google etwas dazu aus. Asche über mein Haupt!

GNU nano mit Syntax Highlighting… ernsthaft!

2009 September 25
von Lumines

Auf der Suche nach einem guten Editor mit Syntax Highlighting bin ich mittlerweile über Geany bei Emacs hängengeblieben… nicht unbedingt beim Editieren, aber immerhin am eingebauten Tutorial D:

Ich muss ganz ehrlich sagen, wer eine Maus gewohnt ist, der hat bei Emacs schlechte Karten. Der Funktionsumfang ist zwar riesig, aber die Einarbeitungszeit… bis man alle wichtigen Shortcuts einmal durchgegangen ist, hat man die erste Hälfte schon wieder vergessen. Und damit übertreib ich jetzt kein bisschen…

Warum also nicht etwas Kleines, Schlankes, ohne viel Schnickschnack?

Nano?
Nano!

Benutz ich jetzt schließlich schon seit, hm, eigentlich immer für Konfigurationsdateien. Und der erste Googletreffer sagt mir sogar, dass er es per default unterstützt. Mal wieder einer dieser „WTF“-Momente, mit denen man überhaupt nicht rechnet. Hätte ich dem Kleinen jedenfalls nicht zugetraut! oO

Aktivieren kann man das Syntax Highlighting am Ende der Datei /etc/nanorc. Standardmäßig sind alle Sprachen auskommentiert, man muss also bloß einige Rauten entfernen.

Bevor sich jetzt einige Mac User wundern: Unter OSX ist nano zwar mit Farbsupport kompiliert, aber irgendwie scheint da so einiges für das Syntax Highlighting zu fehlen.

Ich zitiere einfach mal:

<Steffen> apple ist krebs apple ist krebs apple ist krebs

Arch Linux bietet legacy Treiber für Intel GPUs an

2009 September 25
von Lumines

In einem älteren Beitrag hatte ich mich ja schon mal über den aktuellen Zustand der Intel Treiber unter Linux ausgelassen und bisher hat sich anscheinend auch nicht wirklich viel getan. Vor kurzem bin ich aber auf ein interessantes Paket in den Arch Linux repos gestoßen, welches wohl eine ältere Version (2.3.2-3) der Intel Treiber enthällt. Anscheinend hat sich wirklich jemand die Mühe gemacht und diesen Treiber an neuere X.org Versionen angepasst.

Ausprobiert habe ich ihn bis jetzt noch nicht, weil auf meinem Netbook momentan Debian läuft. Auf einen wirklichen Performance-Schub darf man aber nicht hoffen, der Treiber unterstützt wegen den neuen X.org Versionen wohl kein XAA. Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass er so einige Stabilitätsprobleme lösen könnte. Garantieren kann ich aber für nichts – die alten Treiber wurden schließlich nie ausgiebig in Kombination mit neueren X.org Versionen getestet!

Pidgin für Debian Lenny kompilieren

2009 September 9
von Lumines

Jo, ich bin mittlerweile wieder bei Debian stable angelangt. Arch hat mir eigentlich sehr gut gefallen, nur leider nerven momentan ein paar Probleme mit dem Nvidia Treiber und Flash. Andere Distributionen kommen übrigens für mich aus verschiedenen Gründen nicht in Frage.

Die Pidgin Version für Lenny ist allerdings schon nicht mehr ganz frisch und bietet keine Möglichkeit, sich mit den ICQ Servern zu verbinden. Um eine aktuelle Version kommt man also nicht herum.

Die erste Anlaufstelle ist für solche Probleme eigentlich Debian Backports, die Version dort ist aber, warum auch immer, nicht installierbar. Die Pakete sind wohl aus verschiedenen Versionen gemischt (2.5.9 und 2.5.8). Sollte eigentlich nicht passieren, aber das Paket selbst zu kompilieren, ist ja auch keine große Sache.

Zum Kompilieren benötigt man aber noch einige Pakete (build-dep reicht nicht aus!):

aptitude install libgtk2.0-dev gettext libxml2-dev libgtkspell-dev libgstreamer0.10-dev libxss-dev libgnutls-dev libstartup-notification0-dev libmeanwhile-dev libavahi-client-dev libavahi-glib-dev libdbus-glib-1-dev libnm-glib-dev network-manager-dev libperl-dev tcl-dev tk-dev build-essential linux-headers-`uname -r` checkinstall

Den Quellcode für Pidgin findet man auf pidgin.im

Mit cd wechselt man nun in das entpackte Archiv und führt

./configure --disable-vv --disable-idn

aus, um Pidgin ohne „Voice and Video support“ zu kompilieren. Die eigentliche Kompilierung kann mit make ausgeführt werden.

Ganz nach dem „Debian Way“ wird danach zum Installieren aber nicht makeinstall, sondern checkinstall benutzt, das ein *.deb Paket erzeugt. Die Anweisungen von checkinstall sollten eigentlich selbsterklärend sein.

So, das Paket ist erstellt und installiert. Es läuft trotzdem nicht? Dann muss noch ein symbolischer Link erzeugt werden.

cd /usr/lib
ln -s /usr/local/lib/libpurple.so.0

Jetzt sollte alles funktionieren :)

Warsow 0.5 veröffentlicht

2009 August 31
von Lumines

Na klasse… da lad ich mir gestern mal wieder Warsow runter und heute wird eine neue Version veröffentlicht.

Ich habs jetzt zwar schon länger nicht mehr gespielt, weil Quake Live mich irgendwie mehr reizt, aber die neuen Features sind wirklich nicht übel. Spontan ist mir der neue Modus „bomb“ aufgefallen. CS meets Warsow, würde ich mal sagen. Spielt sich sogar ziemlich gut – jedenfalls auf den Maps, die ich so auprobiert habe.

Einen Mac OSX Client gibts jetzt wohl auch ganz offiziell.

Nur die Performance ist mal wieder ein wenig schlechter geworden. Dafür scheint aber eher das Menü verantwortlich zu sein… die Framerate sinkt nämlich eigentlich nur unter 60, wenn ich mir die Statistiken im Spiel anschaue. Entweder ist das neue Menü noch ziemlich buggy oder meine CPU limitiert mal wieder =/

EDIT: Scheint wohl nur Windows zu betreffen. Unter Debian läuft hier alles absolut smooth.

Den offiziellen Trailer kann man sich übrigens auf Youtube anschauen.

Gamescom in Köln und ein Geschenk für Hideo Kojima

2009 August 24
von Lumines

Ich könnte ja jetzt darüber schreiben, wie toll die Gamescom war und was man alles sehen konnte, aber das kann man sich dann doch imho besser auf Gametrailers.com oder anderen Seiten angucken. Hab jetzt nämlich keine Lust, alles doppelt und dreifach zu schreiben, wenn man sich die Infos auch aus anderen Quellen sogar vollständiger besorgen kann :P

Fotos gibts aber trotzdem

Zufällig konnte ich auch ein kleines Video während der Autogrammstunde mit Hideo Kojima (Metal Gear Solid) aufzeichnen. Ich hätte sogar beinahe ein Autogramm ergattert, nur leider hat er dann doch kurz vorher aufgehört und ich stand dann da in der ersten Reihe vor der Bühne… naja, so hab ich immerhin mitbekommen, wie er von einigen Fans einen Bonsai Baum überreicht bekommen hat.

Wenigstens gabs dann am Square Enix Stand aber doch noch ein signiertes Mauspad – von Hiromichi Tanaka, dem Produzenten von FFXIV! :D

Dafür musste ich mir auch „nur“ 30min vor der Autogrammstunde einen Platz am Stand sichern. War auf jeden Fall klasse und ich werde ganz sicher nächstes Jahr auch da sein! :)